Dienstag, 30. November 2010

Domaine de la Rectorie

Es gibt Dinge, die entschädigen einen für alle erlittenen Kränkungen, Leiden und Ungerechtigkeiten. Ein solches Ding ist mir widerfahren: Die Domaine de la Rectorie hat mich in Gestalt des bärtigen Marc Parcé besucht. Er stammt aus Banyuls am Fuß der Pyrenäen, ist optisch ein wilder Kerl, so wie man sich einen südfranzösischen Winzer vorstellt, aber macht Weine, dass einem das Herz hüpft und das Hirn "will ich haben, viel und sofort!" schreit. Spontan habe ich mich in einen Banyuls verliebt, der im Barrique rumlag und über betörende Aromen der berühmten roten Früchte, superweiche Tannine und eine himmlische herbe Süße - falls es sowas überhaupt gibt, für mich war das aber so - verfügt. Ein Weinchen, sage ich da nur!!! Spontan fiel mir der Roquefort von Herrn Carles ein (der einzige, der noch mit Schwarzbrot und so hergestellt wird, also nicht mit Penicillin geimpft wie beim Arzt). Und das war dann das, was meine tiefen Stirnfalten ausgebügelt hat und mein Seelchen in vorweihnachtlichen Jubel ausbrechen ließ. Que du bonheur ....

Der Winter ist endlich da!

Kaum hat unsereins die Flipflops oder Tongs oder auch nichts an den Füßen, wird es schon wieder kalt. Schade für die Füße, gut für die Küche, die aus allen Rohren pfeift und zischt und die leckersten und wärmendsten Gerichte produziert. Die frischen Sommeressen vergessen wir jetzt mal für ein paar Monate. Aber auch jetzt geht's natürlich frisch weiter, nur eben mit anderen Zutaten wie Rutabaga, Steckrüben, Spitzkraut und Navets. Alles, was in Erdkrustennähe wächst (oder kurz darüber und auch darunter) schmeckt jetzt besonders fein. Zum Ende des Winters wird's natürlich langsam fad, weil da nichts Neues mehr nachkommt, aber jetzt ist das noch spannend und köstlich und mit den letzten Herbstfrüchten wie Birnen, Kastanien und Äpfeln kombiniert ein Hochgenuss.

Was es in der épicerie fine zu essen gibt, wie ich es gemacht und welche Weine ich damit kombiniert habe, werde ich hin und wieder posten. (Natürlich nur wenn's gut war.) Ich wollte schon immer sowas als Gedächtnisstütze, damit ich nicht immer wieder vergesse, was ich im Lauf der Zeit alles zusammengekocht habe.